RHM Modul Land- und Waldbau

Am Samstag den 10. Juni trafen sich 24 Wildtiermanager und Teilnehmer des Revierhegemeisterkurses 2017/18 im Sulzbacher Hof für das Modul Land-und Waldbau.

Erstellt am 10.06.2017

Zu Beginn stellte Diplom Holzwirt und Leiter eines privaten Forstbetriebes Markus Laiblin, den Tagesablauf vor, welcher in einem theoretischen und einen praktischen Teil (Revierbegang) untergliedert war.

 

Um ein Verständnis für den Wald, das Wild und seine Zusammenhänge zu erläutern, wurden zunächst die diversen Funktionen des Waldes (Nutz-; Schutz-; Erholungsfunktion). Hierbei wurden auch auf das mögliche Konfliktpotential zwischen Waldbesitzer und Jäger eingegangen und mögliche Punkte der  Zusammenarbeit erarbeitet.

 

Als nächstes wurden die diversen Schadbilder an Forstpflanzen aufgezeigt und Erkennungsmerkale, bspw. durch unterschiedliche Fraßspuren aufgezeigt.

 

Das Bestimmen und Einteilen der heimischen Baumarten in Verbiss-, und Ver fegepotential rundete den ersten Teil des Moduls vor der Pause  ab.

 

Nach der Pause sprach Markus Laiblin die Möglichkeiten des Schutzes durch Wildverbiss und Verfegen an. Hierbei wurden die natürliche Schadensverhütung, der chemische Pflanzenschutz, sowie die mechanischen Schutzmaßnahmen vorgestellt und die persönlichen Erfahrungen der vorgestellten Vorkehrungen berichtet.  Herr Laiblin macht sich jedoch auch gewisse Reize der Pflanzen auf das Wild zu Nutze. Es wurde beschrieben, wie man Rehwild mittels gezieltem Verbiss und dem Reiz gewisser Pflanzen, wie der Lärche oder Douglasie, zum Verfegen  an gut bejagbaren Flächen sinnvoll für die Bejagung anpflanzen kann.

 

Nachdem Herr Laiblin den Teil zum Waldbau abgeschlossen hatte, berichtete Herr Christoph Kmoch, Fachmann für Pflanzenbau wie, warum und wo man am sinnvollsten einen Wildacker oder eine Äsungsfläche anlegt.  Neben der Flächenauswahl, ging Herr Kmoch auf die Wichtigkeit der Bodenprobe ein. Hiervon hängt neben der Düngemittelauswahl auch die ausgebrachte Menge an Düngemittel ab. Nach einer Bodenbearbeitung wie Fräsen und Mulchen kommt es zur Auswahl des Saatgutes. Herr Kmoch hat eine eigene Wildackermischung in Zusammenarbeit mit Herrn  Laiblin entwickelt, welche im Revier in Sulzbach-Murr die erste Testphase abgeschlossen und zur vollsten Zufriedenheit geführt hat.

 

Nach dem Mittagessen ging es dann in das Revier und den Forstbetrieb von Herrn Laiblin. Hier wurden Aufforstungsflächen gezeigt, welche mit den angesprochenen Schutzmaßnahmen behandelt wurden. Unterschiedliche Wildäsungsflächen und die angesprochene Saatgutmischung konnte direkt begutachtet werden.

 

Im weiteren Verlauf des Revierbeganges wurden noch Biotopverbesserungsmassnahmen aufgezeigt, welche mit einfachen Mitteln für Jedermann möglich sind. Hier wären die gezielte Verbuschung durch Stutzen von Terminaltrieben an extra dafür gepflanzten Fichten oder auch das Anlegen von sogenannten Kopfweiden zu nennen.

 

Nachdem der Rundgang beendet war und noch diverse Fragen der Teilnehmer beantwortet wurden boten Herr Kmoch und Herr Laiblin den Teilnehmern noch eine gezielte Vorortberatung an. Hierzu treten Sie bitte direkt mit Herrn Laiblin in Kontakt.   

 

Text und Foto: Markus Laiblin

Erstellt am 20.06.2017
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