Stadtjäger Modul 6 - Waffen und Munition

Auf der Schießanlage Philippsburg (Stand 14, 50 m Bahn, 3 Schussrichtungen frei - siehe Foto) fanden die Stadtjäger ideale Trainingsbedingungen für den Umgang mit der Waffe wie diese im urbanen Wildtiermanagement eingesetzt werden kann.

Die Schießbahn konnte mit Objekten, Zielscheiben und Hindernissen praxis-nah bestückt werden. Dies unterscheidet diesen Stand von den üblichen 100 m Bahnen oder „laufendem Keiler“ in den meisten Schießständen.

 

Uwe König, sie kennen ihn von den vorausgegangen Berichten zu den Modulen des Stadtjäger-Kurses, hatte Zielscheiben von Taube, Ente, Fuchs, Marder aber auch von Reh und Wildschwein in Originalgröße (nur der Iltis war etwas groß geraten) besorgt. Erstere bietet fast nur noch der Bogensport an; Reh und Wildschwein waren die Scheiben des DJV.

 

Geschossen wurde mit Ziel- und Bergstock, freihändig stehend und sitzend und im Liegen. Als Waffen und Kaliber stand die gesamte Bandbreite von .22lr subsonic, .22 Hornet (auch mit Schalldämpfer), .223 als Einstecklauf für  den Drilling (Fabrik-neu als Leihgabe der Fa. Krieghoff) bis zur 30-06 Repetierbüchse Krieghoff Semprino (In-Line-System“ (KIS) - eine Art Vorderschaft-Repetierer) zur Verfügung (1). 

 

Um 10 Uhr ging es mit Kleinkaliber los. Zunächst wurde der Fangschuss direkt in der Falle geübt; ziemlich ungewohnt nicht über Kimme und Korn oder durch das Zielfernrohr zu zielen sondern die Waffe direkt auf dem Drahtgitter der Falle aufzusetzen und „in die richtige Richtung“ zu halten. Als „Falle“ stand uns eine nachgebaute Kastenfalle mit den Originalabmessungen einer großen Fuchsfalle zur Verfügung, die von einem Kursteilnehmer gebaut und mitgebracht worden war. Als Tier musste ein Bierdeckel (beschafft durch persönlichen Einsatz von Uwe König) herhalten.

 

Dann folgten die Schießdisziplinen mit den Kleinkalibern und bis alle damit durch waren war auch schon Mittagszeit. Die Pausen zwischen dem Schießen wurden zum regen Erfahrungsaustausch genutzt. Nach der Pause wechselte man dann auf die größeren Reh- und Wildscheinscheiben für das Kaliber 30-06. Mit diesem wurde dann am Ende auch die im Ausbildungsrahmen vorgeschriebene Schießprüfung absolviert, die von allen (teilweise nach Wiederholung wie auch bei der Keilernadel möglich) bestanden wurde.

 

Die Meinung der Teilnehmer zum Übungstag: „sehr interessant einmal so unterschiedliche Waffen und Kaliber gleichzeitig zu schießen“, „Kleinkailber habe ich schon ewig nicht mehr in der Hand gehabt - ich wusste nicht mehr wie sich das anlässt“, „viel näher an der Praxis als bei üblichen Schießständen“. Es gab aber auch nachdenkliche Stimmen, die bezweifelten je eine Schusswaffe im urbanen Bereich einzusetzen. Immerhin hatten wir einen sicheren Kugelfang und der muss in der Stadt erst einmal gefunden werden.

 

Aus Sicht der Ausbilder war bei 20 oder 30 m Abstand alles ziemlich locker. Bei einem Abstand von 50 m und einem Marder in Originalgröße kam dann aber schon einmal die Bemerkung „der ist aber klein!“- getroffen wurde in den meisten Fällen dennoch sehr gut - aber Üben schadet nie und so war dieser Tag ein sehr guter Trainingstag unter Bedingungen, die man sonst nicht vorfindet.

 

Übrigens: wir haben den Stand für das kommende Jahr schon einmal gebucht - für den neuen Kurs zum Stadtjäger oder für diejenigen, die so einen Übungstag wiederholen möchten.

 

Bericht über die Krighoff Repitierbüchse Semprio

 

 

Erstellt am 31.05.2017
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