Die Fichte - Baum des Jahres 2017

Die Stiftung „Baum des Jahres“ ernennt die Gemeine Fichte (Picea Abies) zum Baum des Jahres 2017. Sie sorgt seit Jahren für Gesprächsstoff und hitzige Diskussionen. Einerseits gilt sie als der Brotbaum der Forstwirtschaft, auf der anderen Seite steht sie für naturfernere Monokulturen. Zusätzlich zeigt die auch als Rotfichte bezeichnete Baumart wie kaum eine andere die Folgen des Klimawandels für Bäume und Wälder.

Die Fichte ist mit 25 Prozent die häufigste Baumart in Deutschland. Danach kommen Kiefer, Buche und Eiche. Die Bedeutung der Fichte als Waldbaum nimmt in den kommenden Jahrzehnten weiter ab. Sie benötigt eine gute und stete Wasserversorgung und kommt schlecht mit Trockenphasen zurecht. An den Klimawandel mit längeren Trockenperioden kann sich die Fichte damit nur schlecht anpassen. Beim Umbau unserer Wälder zu klimatoleranten laubreichen Mischwäldern setzen Förster und Waldbesitzer daher weniger auf sie. Ihr natürliches  Verbreitungsgebiet hat die Fichte in den höheren Lagen der Mittelgebirge und Alpen. Ihren Siegeszug in die flachen Ebenen begann mit dem Aufforsten geplünderter und vom Krieg verwüsteter Wälder im 18. und 19. Jahrhundert. Für die Förster dieser Zeit war die Fichte eine anspruchslose, unempfindliche aber leitungsfähige Baumart. Ideal um auf den gerodeten Flächen schnell neue Wälder zu begründen und die große Holznot zu lindern. Die sich daraus entwickelten Monokulturen sind heute nicht mehr zeitgemäß. Sie sind auf ungeeigneten Standorten anfällig gegenüber Stürmen, Krankheiten und Schadorganismen wie dem Borkenkäfer.

Nicht nur durch seine hohe Verfügbarkeit hat sich Fichtenholz zum beliebtesten Bauholz in Deutschland entwickelt. Auch seine guten Holzeigenschaften bei geringem Gewicht sprechen für den Einsatz als Bauholz und für viele andere Zwecke. Auch der Musikinstrumentenbau schätzt den Nadelbaum. Kein anderes Holz oder synthetischer Stoff reicht an ihre Eigenschaften heran. Besonders langsam gewachsene Fichten mit schmalen Jahrringen liefern das beste Klangholz

Unter guten Bedingungen erreichen Fichten Durchmesser von bis zu anderthalb Meter, werden über 600 Jahre alt und bis zu 60 Meter hoch. Ihre Nadeln verteilen sich rund um den Zweig und sind stechend spitz. Im Gegensatz zur Tanne hängen die Zapfen der Fichte von den Zweigen herab und fallen im Herbst auf den Waldboden. Kennzeichnend sind auch ihr gerader Stamm und die kegelförmige Krone. Die Rinde ist in jungen Jahren zunächst eher rotbräunlich und wird mit zunehmendem Alter gräulich. Die rotbraune Rinde ist einer der Gründe, der zur fälschlichen Bezeichnung „Rottanne“ führte.

 

Quelle: www.baumpflegeportal.de/aktuell/baum-des-jahres-2017-die-fichte/

 

 

Erstellt am 27.12.2016
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