Ein Jäger ohne Hund ist wie ein Fass ohne Spund

Die Anschaffung eines Jagdhundes sollte gründlich geprüft werden, denn ein Hund begleitet einen sein ganzes Leben lang und will nach der Jagd nicht in einen Schrank gesperrt werden.

Die Spruchweisheiten unserer jagdlichen Altvorderen waren häufig deftig, aber zutreffend. Diese Spruchweisheiten haben auch in der heutigen Zeit noch ihre Berechtigung. Sie sind allerdings nicht immer auf unsere Zeit in vollem Umfang übertragbar. Der heutige, jagende Mensch sollte auf jeden Fall vor dem Erwerb eines Jagdhundes gewissenhaft prüfen, ob tatsächlich ein Hund benötigt wird. Die nachstehenden Denkanstöße möchten Ihnen nichts vorschreiben, sondern lediglich auf einige Klippen und beachtenswerte Wahrheiten hinweisen. Diese erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, so dass Sie aufgefordert sind, sich mit der Materie zu beschäftigen und selbst Argumente „für und wider“ zu suchen.

Grundsatzüberlegungen

Habe ich genügend Zeit und Arbeit für den Hund oder ist er nur ein Statussymbol?

Traue ich mir zu, einen Welpen abzuführen und zu einem brauchbaren Jagdgehilfen auszubilden oder kaufe ich mir einen fertigen Jagdhund?

Wo wird er untergebracht?

Im Zwinger mit/ohne Auslauf im Garten? In der Wohnung?

Lebe ich auf dem Lande oder in einer 2-Zimmer Wohnung in der Großstadt?

Wird der Hund jeden Tag seinen benötigten Auslauf haben?

Habe ich meinen Wunsch mit der Familie durchgesprochen?

Sind sich alle Familienangehörige darüber im klaren, dass der Hund viel Zeit für sich in Anspruch nehmen wird?

Der Hund ist ein Meutetier. Wird er in die Familie aufgenommen und erfährt er hier die liebevolle Zuwendung und auch Konsequenz, die er benötigt?

Wir fahren jedes Jahr in Urlaub, können wir das auch mit Hund?

Gibt es im Bekanntenkreis diesbezüglich Erfahrungen?

Wie werden sich unsere Nachbarn zu dem geplanten Familienzuwachs verhalten?

Worauf ist beim Kauf eines Jagdhundes zu achten?

Wenn „Frau oder Mann“ nach gründlichen Recherchen die Wahl für eine bestimmte Rasse getroffen hat, beginnt die Suche nach einem geeigneten Züchter

Information ist nicht alles, aber bestimmt die Hälfte der Miete. Diese erhalten sie u. U. aus dem jagdlichen Bekanntenkreis und natürlich aus den verschiedenen Jagdzeitschriften unter der Rubrik „Hundemarkt“. In diesen Inseraten finden Sie die Anschriften bzw. die Internetadressen der verschiedensten, seriösen Zuchtvereine. Leider inserieren dort auch die Schwarz- und Vermehrungszüchter. Diese Leute verkaufen Hunde, die nicht dem Zuchtstandard der Rasse entsprechen. Häufig werden auch Elterntiere zur Zucht verwendet, die faktisch „zuchtuntauglich“ sind. Zuchtuntauglich bedeutet, dass die Tiere „zuchtausschließende Mängel“ (z. B. hochgradige Hüftgelenkdysplasie ) haben. In beiden Fällen (Schwarz- und Vermehrungszucht) erhalten die Nachkommen keine Papiere (Ahnentafel) des zuständigen Zuchtvereins. Für den Käufer eines solchen Hundes bedeutet dies, dass der Hund auf keiner Zuchtprüfung geführt werden kann und in Hessen auch nicht für die Brauchbarkeitsprüfung zugelassen wird. Vorsicht: Da es bei Schwarz- und Vermehrungszüchtern um viel Geld geht, ist auch die Herstellung von Ahnentafeln für diese Leute kein allzu großes Problem.

Erstellt am 06.05.2014
Zurück zur Übersicht